Aus dem Kurs: Künstliche Intelligenz – Grundwissen für Führungskräfte
Ängste von Mitarbeitenden zu KI aktiv begegnen
Aus dem Kurs: Künstliche Intelligenz – Grundwissen für Führungskräfte
Ängste von Mitarbeitenden zu KI aktiv begegnen
Im Zusammenhang mit KI sind bei Mitarbeitenden folgende Ängste weit verbreitet. Erstens: die generelle Angst vor Veränderung, gesteigert durch die emotionale Furcht vor einer intelligenten Maschine, die unmenschlich handelt. Zweitens: die Angst, mit dem unbekannten Neuen nicht zurechtzukommen. KI-Systeme werden anders funktionieren als das bisher Bekannte. Dass vieles vermutlich einfacher wird, können wir aufgrund der Angst nicht wahrnehmen. Drittens: Angst vor einem Kontrollverlust, wenn die KI Dinge tut, die wir nicht verstehen. Viertens: die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren. Fünftens: Sorge vor fehlerhaften KI-Systemen, die dramatische Konsequenzen haben, oder eine generelle Technik-Phobie. Diese Ängste sind natürlich, menschlich. Deswegen müssen Sie ja als Führungskraft diesen Ängsten im Dialog mit den Mitarbeitenden begegnen. Wie bei jeder Veränderung, ansonsten werden Sie scheitern. Seien Sie als Führungskraft Vorbild. Dazu ein Praxisbeispiel. In einem meiner Coaching-Gespräche mit einer Teamleiterin aus Singapur ging es um folgende Situation. Das Unternehmen wächst, es ist erfolgreich, die Arbeit nimmt ständig zu. Ein Großteil der zehn Mitarbeitenden dieser Führungskraft war jedoch nicht wirklich glücklich mit ihrer Arbeit, die meistens aus zehn bis zwölf Stunden Routinearbeit bestand. Anstrengende, ermüdende und eintönige Tätigkeiten. Die meisten Mitarbeitenden hätten diese Arbeitslast gerne sofort abgegeben. Im Zuge eines unternehmensweiten Effizienzprojekts sollten 70 % der Routineaufgaben automatisiert werden. Grundsätzlich ist es doch gut, Mitarbeitenden eine schon fast menschenunwürdige Arbeitslast langweiliger Tätigkeiten abzunehmen. Sich dagegen zu stemmen wäre genauso, wie wenn wir den Erdaushub auf Baustellen weiterhin durch Bauarbeiter mit Schaufel und Schubkarren erledigen lassen würden, weil die bösen Bagger ihnen Arbeit wegnehmen könnten. Natürlich sollten durch das Projekt in Singapur auch einzelne Arbeitsplätze eingespart werden, aber eben nur teilweise. Was selbstverständlich Ängste bei den Mitarbeitern und der Führungskraft auslöste. Das gesamte Team war besorgt, frustriert und schlecht gelaunt. Während unseres Coaching-Gesprächs erkannte die Führungskraft, dass sie selbst einen großen Teil der Verantwortung für die schlechte Stimmung trug. Aufgrund fehlenden Wissens sah sie für sich und ihre Mitarbeitenden durch die Automatisierung nämlich keine Zukunft mehr. Automatisierung war in ihren Augen Teufelszeug. Im Laufe unserer Unterhaltung wurde ihr jedoch bewusst, dass sowohl für sie selbst als auch für den überwiegenden Teil der Mitarbeitenden eine große Chance bestand. Die Chance, sich dank der Entlastung endlich und wirklich wertschöpfenden Aufgaben in der Kundenbetreuung zu kümmern, zu denen sie bislang aufgrund der Routinearbeiten gar nicht gekommen sind. Als der Führungskraft dies klar war, bereitete sie alle Mitarbeitenden auf die Arbeit der Zukunft vor. Sie unterstützte ihr Team, wertschöpfende Aufgaben zu übernehmen, sowohl in ihrem Team als auch darüber hinaus. Weil die Führungskraft die eigene Angst verlor und ihren Mitarbeitenden ein gutes Beispiel war, konnte sie das gesamte Team aus der Angststarre reißen. Sprechen Sie als Führungskraft bei allen Projekten rund um Automatisierung oder KI zuerst den menschlichen Faktor an. Achten Sie vor allem auf die Angst vor Veränderungen und Arbeitsplatzverlust. Und zwar so, dass es bei den betroffenen Mitarbeitenden ankommt. Das bedeutet, auch bei sich selbst zu beginnen.
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