Es ist noch nicht zu spät, mit der #WissZeitVG-Reform die dt. Wissenschaft zu retten -- und das Vertrauen in die dt. Wissenschaftspolitik gleich mit!
Viel wurde darüber geschrieben, was Deutschland als Wissenschaftsstandort verlieren wird, wenn die von der 🚦-Regierung versprochene WissZeitVG-Reform zur Verbesserung der Karrierewege scheitert — von mir und vielen anderen.
🎁 Heute möchte ich den Fokus auf etwas anderes lenken: auf die Frage, was es zu gewinnen gibt, wenn diese Reform im Zuge des parlamentarischen Verfahrens doch noch gelingt.
Die Antwort lautet: ein zukunftsfähiges Wissenschaftssystem, das auch in Zeiten des Fachkräftemangels ein so attraktives Arbeitsumfeld ist, dass sich dafür ausreichend viele richtig gute Leute gewinnen lassen. Leute mit vielfältigen Profilen, Hintergründen und Lebensrealitäten, die dann nicht mehr von Zukunftsängsten und Existenzsorgen geplagt werden, sondern sich voll auf ihre Arbeit konzentrieren können. Die damit zugleich die deutsche Wissenschaft durch Diversität bereichern.
Ein gut reformiertes WissZeitVG sorgt dafür, dass die Expertise, die Wissenschaftler_innen mithilfe öffentlicher Finanzierung auf- und ausbauen konnten, der Gesellschaft langfristig zugute kommt. Dass diese Leute einfach einen guten Job machen können in Forschung und Lehre, statt sich ständig zu verbiegen und alle möglichen Fehlanreize des Systems zu bedienen ('publish or perish' usw.). Tickt nicht mehr ständig die Befristungsuhr und hängt das Damoklesschwert Karriereende nicht mehr über ihnen, können Wissenschaftler_innen ihre Einsichten und Forschungsergebnisse im Interesse des Gemeinwohls auch beherzt öffentlich und öffentlichkeitswirksam kommunizieren, ohne fürchten zu müssen, dass das ihrer Karriere Schaden zufügen könnte. Und nicht zuletzt: Eine gute WissZeitVG-Reform stellt sicher, dass Wissenschaftler_innen aller Karrierestufen sich trauen können, aktiv mitzuarbeiten bei der Bewältigung der Mammutaufgabe, unsere Demokratie zu bewahren. Unsichere Beschäftigungsverhältnisse machen die, die drinstecken, zusätzlich (und unnötig) angreifbar — und erschweren es daher, den Mut aufzubringen, den es für den Schutz unserer Demokratie dringend braucht.
Aber eine tragfähige WissZeitVG-Reform kann noch viel mehr als das. Sie wäre eine Erfolgsgeschichte, die denen, die dieser Tage mit Irritation und Verdruss auf die deutsche Wissenschaftspolitik blicken, wieder Hoffnung und Vertrauen in politische Arbeit schenken würde. Eine gelungene WissZeitVG-Reform wäre ein eindrückliches Beispiel dafür, wie sich mit Politik Missstände effektiv beheben lassen. Wie politische Arbeit einen Unterschied zum Guten machen kann — auch und vor allem, wenn alle Beteiligten dranbleiben und an das Gelingen glauben, selbst wenn die Prozesse zäh und bisweilen zermürbend sein mögen.
Wie es jetzt weitergehen sollte, damit all das eintritt: Heute in meinem #ArbeitInDerWiss-Newsletter (Link im Kommentar)!
#IchBinHanna #WissZeitVG #WissZeitVGVersprechenHalten