Podemos gewinnt, Verdi zieht die Schrauben an und USA exportieren wieder Öl
Podemos größter Newcomer
Spanien hat gewählt – aber was ist das Ergebnis? Auf den ersten Blick gibt es zwei große Verlierer – die konservative Partido Popular kam auf nur 29 Prozent (vorher 45 Prozent) und die sozialdemokratische Partido Socialista Obrero Español erhielt 22 Prozent (28 Prozent). Stark zulegen konnten die linke Partei Podemos mit 21 Prozent und die wirtschaftsliberale Ciudadanos mit 14 Prozent. Gesicht der Protestpartei Podemos ist der Wirtschaftsprofessor Pablo Iglesias.
Er steht für den Kampf gegen die in Spanien grassierende Korruption, gilt aber auch als starker Kritiker der Sparpolitik. Spanien hat trotz wirtschaftlicher Erholung noch immer mit einer Arbeitslosenquote von rund 20 Prozent zu kämpfen. Wer nach dieser Wahl mit wem eine Koalition eingehen wird, ist noch offen.
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Verdi zieht die Schrauben an
Auf der Zielgeraden im Weihnachtsgeschäft grätscht die Gewerkschaft Verdi dem Online-Versender Amazon mächtig in den Lauf: In den Logistikzentren Koblenz und Leipzig wird gestreikt – in Leipzig den ganzen Montag hindurch, in Koblenz bis Heiligabend. Zuvor hatte Verdi bereits per Gerichtsbeschluss die Sonntagsarbeit in Rheinberg und Werne gestoppt. Die Gewerkschaft will für die 10.000 Angestellten Gehälter auf Einzelhandelsniveau, Amazon will nur nach Logistik-Standards entlohnen. Wir sind gespannt, ob der Weihnachtsmann unter diesen Voraussetzungen pünktlich zum Fest der Liebe auch die letzten Geschenke noch liefern kann.
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USA exportiert wieder Öl
Was vor wenigen Monaten noch undenkbar war – der US-Kongress macht's möglich: Die USA kehren als Erdölexporteur auf den Weltmarkt zurück. Dank des umstrittenen Frackings konnten US-Produzenten die Öl-Produktion seit 2008 fast verdoppeln und werden in diesem Jahr wohl rund 3,4 Milliarden Barrel produzieren. Das Exportverbot war 1973 nach der ersten Ölkrise errichtet worden. Wirtschaftlich ist die Wiederkehr der Exportnation USA an die Ölmärkte wohl kaum von Bedeutung; trotzdem wertet das Wall Street Journal die Maßnahme als wichtigen Sieg der Industrie:
"Bei der Umsetzung des Klimaabkommens sind wir nun auf die Kooperation der Ölproduzenten angewiesen."
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The Cash awakens
Alle Rekorde brach an den Kinokassen der siebente Teil der Space-Opera Star Wars: Weltweit spielte der Streifen am Eröffnungswochenende 517 Millionen US$ ein, der bisherige Rekordhalter Jurassic World kam auf 500 Millionen. Und "Star Wars: The Force Awakens" ist auf dem besten Wege, der einträglichste Film aller Zeiten zu werden – dazu muss er jedoch das Einspielergebnis von James Camerons Avatar schlagen; Avatar hat bislang 2,7 Milliarden US$ erlöst.
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Bild oben: Bei der Eröffnung des Museums der Zukunft in Rio springt ein Mann in die Guanabara-Bucht. Dort sollen im kommenden Sommer die Segelwettbewerbe der Olympiade stattfinden. In die Bucht werden ungeklärte Abwässer der Millionenmetropole Rio eingeleitet – das Wasser gilt als hochkontaminiert. Credit: Mario Tama/Getty Images