S7 Update | 16.10.2024

S7 Update | 16.10.2024

KHVVG: Entwicklung von Tool zur Finanzierungsanalyse von Klinikstandorten  

Ein von der Regierungskommission Krankenhäuser und dem GKV-Spitzenverband entwickeltes Instrument zur Finanzierungsanalyse der stationären Versorgung für die Bundesländer soll Aufschluss darüber geben, in welchen deutschen Regionen und an welchen Klinikstandorten eine Über- oder Unterversorgung stattfindet. Gleichzeitig wird die Bedarfsnotwendigkeit analysiert sowie die Versorgungsbedeutung von bestimmten Krankenhäusern. Diese Auswirkungsanalyse und dessen Ergebnisse zur Krankenhausreform gehen an Bundestagsabgeordnete und sind Tools zum Aufzeigen der Vorhaltevergütung zum Zwecke der Krankenhaus-Finanzierung. Das Instrument wird mit den Abrechnungsdaten von PatientInnen aus dem Jahr 2023 gespeist. Krankenhäuser übermitteln ihre Daten hierfür an das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK). Die Vorhaltevergütung der Zukunft soll sich an den „alten“ diagnosebezogenen Fallpauschalen (DRG), die zukünftig 60 Prozent der Vergütung ausmachen, orientieren und zu 40 Prozent aus fallzahlbezogenen Pauschalen bestehen, die über die DRG abgerechnet werden. Mit dem sogenannten Simulationsmodell nach Lauterbach können bestimmte Versorger mit bestimmten Leistungsgruppen ausgeschaltet werden. Eine nachfolgende Analyse bestimmt das Budget der verbliebenen Standorte und deren Kostenanstieg. Bis das Tool in den Bundesländern zur Auswirkungsanalyse bereit steht, müssen noch die Endphase der Entwicklung und die Validierung des Instrumentes sowie Beratungen hierzu abgewartet werden. Die Analyse einer Region mit dortigen Klinikstandorten könnte etwa drei Wochen in Anspruch nehmen. Der Bundestag verabschiedet demnach das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz, kurz KHVVG, in Kürze (zweite/dritte Lesung). Die anschließende Beratung der Reform zur verbesserten stationären Versorgung im Bundesrat ist für den 22. November dieses Jahres geplant, damit das Gesetz schon Anfang Januar 2025 greifen kann.  

Quelle: aerzteblatt.de



Orbisana Healthcare GmbH: Versorger steht nach Insolvenz wieder auf eigenen Beinen  

Die Troisdorfer Orbisana Healthcare GmbH mit Geschäftsführer Jörg Riemann an der Spitze musste im Juli dieses Jahres Insolvenz anmelden, nachdem der Mutterkonzern Weltbild zahlungsunfähig geworden ist. Weltbild gehörte genau wie Orbisana zur WB D2C Group GmbH. Die Gruppenzugehörigkeit zwang Orbisana zu diesem Schritt, weil Teile des Unternehmens wie der E-Commerce-Bereich mit Logistik und IT verzahnt waren und Verbindlichkeiten bestanden haben. Jetzt aber sind laut Geschäftsführer Riemann alle Verbindungen zum Mutterkonzern gelöst, sodass ein schneller und erfolgreicher Abschluss des Insolvenzverfahrens kurz bevorsteht. Insolvenzverwalter Christian Plail von der Kanzlei SGP Schneider Geiwitz ist genau wie die Orbisana-Geschäftsführung zuversichtlich und prognostiziert Wachstum und Weiterentwicklung, zumal die Investorensuche mit Bieterrunde Mitte Oktober abgeschlossen sein wird. Die Versorgungssparte von Orbisana war immer von allen Verbindungen und Verbindlichkeiten losgelöst. Das Unternehmen mit Online-Portal punktet mit Angeboten und Produkten aus den Berteichen Gesundheit, Mobilität und Fitness. Auch bietet Orbisana Endverbraucher-Kataloge an, die das klassische Sanitätshaus-Sortiment beinhalten. Zur Produktpalette gehören Medizinprodukte sowie Pflege- und Hilfsmittel. Pflegebedürftige und Angehörige, Pflegedienste und -einrichtungen, Krankenhäuser sowie Arztpraxen gehören zum langjährigen Kundenstamm von Orbisana. Orbisana wird als langfristig stabil - mit Potenzial für die Zukunft - eingeschätzt, deshalb wurde wohl auch der Geschäftsbetrieb seit der Insolvenzbekanntmachung uneingeschränkt fortgeführt.  

Quelle: MTD



PKG: Homecare-Unternehmen müssen weiterhin Berücksichtigung finden 

Der Gesetzgeber plant ein neues Gesetz zur Stärkung der Pflegekompetenz. Das sogenannte Pflegekompetenzgesetz, kurz PKG, soll die Rahmenbedingungen für professionell Pflegende derart verbessern, dass die pflegerische Versorgung noch besser erfüllt werden kann. Leider werden die Expertise und die Qualifikationen von Homecare-Dienstleistern nach Meinung des Verbandes Versorgungsqualität Homecare (VVHC) zu wenig berücksichtigt, obwohl Homecare-Versorger und Sanitätshäuser über die notwendigen Strukturen und Prozesse verfügen und eine patientenindividuelle Versorgung anbieten können, erklärt Norbert Bertram als Geschäftsführer des Verbandes in einer Stellungnahme. Homecare-Unternehmen und Sanitätshäuser könnten demnach eine qualitativ hochwertige Versorgung mit Hilfsmitteln und anderen Produkten in der ambulanten Versorgung anbieten sowie Versorgungsprozesse auch verzahnen. Deshalb ist es wichtig alle Leistungserbringer der ambulanten Versorgung institutionsübergreifend einzubeziehen, um dem Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zum PKG Rechnung zu tragen. Im Entwurf steht beispielsweise, dass die Ausübung von erweiterten heilkundlichen Aufgaben in den Bereichen Diabetes, Demenz und chronische Wunden durch Pflegefachpersonen berufsrechtlich zu regeln sei, um die professionelle Pflege in die Regelversorgung zu überführen. Der Verband befürwortet eine Stärkung der Expertise von Pflegefachpersonen, glaubt aber, dass für eine effiziente Versorgung alle Akteure „wichtig und notwendig“ seien.  

Quelle: MTD



Sind Digitale Gesundheitsanwendungen das neue Semaglutid bei Diabetes?

Die KI-gestützte Diabetes-App glucura beeindruckt in einer aktuellen Studie mit deutlichem Gewichtsverlust und markanter HbA1c-Verbesserung. Der Clou dieser neuen DiGA-Generation ist die Einbindung des kontinuierlichen Glukosemonitorings (CGM). Über einen begrenzten Zeitraum wird von den Nutzer:innen ein CGM-Profil erstellt, inklusive detaillierter Erfassung von Ernährung und körperlicher Bewegung. Die KI „lernt“ in dieser CGM-Phase den Metabolismus der individuellen Patient:innen kennen und abstrahiert daraus dann längere Zeiträume. Die App gibt über den begrenzten CGM-Zeitraum hinaus – für den typischen DiGA-Zeitraum von drei Monaten – hoch individuelle Empfehlungen für den Lebensstil. Das übergeordnete Ziel: Blutzuckerspitzen vermeiden und auf diese Weise das metabolische Gesamtprofi verbessern.

Zunehmend gibt es jetzt Studien, die dieses noch recht neue Konzept in der Versorgungsrealität überprüfen. Eine aktuell publizierte, prospektive Studie mit 118 Teilnehmer:innen hat die DiGA glucura in Deutschland im Rahmen des DMP Typ-2-Diabetes evaluiert. Es handelte sich um eine einarmige Studie, insofern sind die Ergebnisse mit Vorsicht zu interpretieren. Die 118 Teilnehmer:innen hatten alle einen nicht mit Insulin behandelten Typ-2-Diabetes und waren schlecht eingestellt, der HbA1c zu Studienbeginn betrug im Mittel 7,64 %. Nach drei Monaten DiGA hatte dieser Wert sich um 0,67 % verbessert, wobei der Effekt bei einem Ausgangs-HbA1c von 7,0 % oder mehr ausgeprägter war. Eine Nutzung der DiGA um weitere drei Monate führte zu zusätzlichen Verbesserungen. Recht eindrucksvoll war auch, dass der Anteil der Patient:innen, die das therapeutische Ziel eines HbA1c < 7,0 % erreichten, deutlich, von 38 % auf 60 %, anstieg, und immerhin 33 % waren am Ende sogar unterhalb von 6,5 %, ein Bereich, der oft als „Remission“ bezeichnet wir. Ein wesentlicher ursächlicher Faktor für diesen Effekt dürfte der Gewichtsverlust gewesen sein. Im Mittel verloren die Patient:innen in drei Monaten 3,5 kg. Auch hier ging es nach einem zweiten dreimonatigen Durchlauf weiter nach unten – ohne Abnehmspritze.

Quelle: e-health-com.de



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