Schatten des Schweigens (2025)

Schatten des Schweigens (2025)

In Nächten tief, umwebt von dunkler Macht,

ein Hauch durch alte Zeitschichten sacht.

Ein Seufzer, kaum gehört im weiten Raum,

trägt schwer die Last von Traum und altem Traum.

 

Wer Schatten wählt, sich selbst in Zweifel zieht,

verkennt das helle Band, das Fehl verzieht.

Der Wind, der uralte Geschichten trägt,

von Seelen singt, die Einsamkeit erregt.

 

In Worten, die das Herz zu Feuer wecken,

bleibt ungesagt, was Kraft und Mut erwecken.

Wer fest verharrt, im Kampfe sich verzehrt,

entdeckt, dass Schweigen oft das Herz bekehrt.

 

Die Wahrheit führt kein Schild, kein lauter Klang,

sie fließt durch uns, ein leiser, ew'ger Sang.

Wer sich verteidigt, verliert oft mehr als Streit,

denn wahrer Frieden keimt nicht aus dem Leid.


#Gedanken des Künstlers in bildlicher Form

Zu »Schatten des Schweigens« (2025)

In seinem Werk »Schatten des Schweigens« (2025) erkundet der Autor die tiefen und oft verborgenen Aspekte menschlicher Emotionen und Entscheidungen. Er nutzt die Nacht nicht nur als Kulisse für Dunkelheit, sondern auch als Metapher für die unergründlichen Tiefen der menschlichen Seele und die damit verbundenen inneren Konflikte. Die erste Strophe malt ein Bild einer Nacht, umhüllt von geheimnisvoller Macht, durch die ein sanfter Hauch zieht und die Last alter, ungelöster Konflikte sowie verlorener Hoffnungen trägt.

In der Fortführung des Gedichts stellt der Autor dar, wie Menschen oft die Dunkelheit wählen und sich dabei selbst infrage stellen, ohne das leuchtende Band der Vergebung oder Selbstakzeptanz zu erkennen. Der Wind, der durch die Verse weht, trägt alte Geschichten mit sich und symbolisiert die Weitergabe von Traditionen und die Last der Geschichte. Im weiteren Verlauf wird deutlich, dass trotz leidenschaftlicher Worte das Wesentliche, was Kraft und Mut verleiht, oft ungesagt bleibt. Der Autor reflektiert über das Verharren im Kampf, das zur Selbstverzehrung führen kann, und betont, dass Schweigen manchmal transformierender sein kann als offene Auseinandersetzungen.

Am Ende des Gedichts beschreibt er die Wahrheit als eine stille, beständige Kraft, die ohne Verteidigung oder lauten Klang existiert und durch jeden von uns fließt. Er gelangt zu der Erkenntnis, dass sich zu verteidigen oft mehr kostet, als der Streit selbst wert ist, und dass wahrer Frieden nicht aus Leid, sondern aus innerem Wachstum und Verständnis entsteht.

Durch die Verwendung von Naturbildern wie Wind, Nacht und Bäumen schafft der Autor eine Atmosphäre, die sowohl die Vergänglichkeit als auch die beständige Präsenz menschlicher Emotionen betont. Das Gedicht soll dazu anregen, über die Kraft des Schweigens und die Bedeutung ungesagter Worte nachzudenken und unterstreicht die Wichtigkeit von innerer Ruhe und Frieden, der fernab äußerer Konflikte gefunden werden kann.

Veröffentlicht unter (dreifisch): https://3fi.sh/WohrV

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