Superlativ? MEGALATIV!!!
Überall, in jeder Stellenanzeige:
blumiges Gerede über Werte, perfekte Arbeitsplätze mit bester Bezahlung, strahlend-gutgelaunte Teams, in denen Kollegialität und Fairness ganz oben stehen, nachhaltiges Arbeiten mit großer gesellschaftlicher Verantwortung, eine durchgehend positive Firmenkultur – irgendwann wird es etwas weltfremd, fast zum Kuschelkurs und zur Karikatur der realen Zustände:
warum ist die Stelle dann frei?
Die wenigsten Arbeitgeber sind so einzigartig, wie die Anzeigen suggerieren.
Nun gut.
Was folgt darauf?
Aufgehübschte, lückenlose Lebensläufe, Anschreiben, die nur so überquellen von an die Anzeige angepassten Sätzen. Perfekte, dynamische Bewerber, alle zielorientiert, strukturiert, unternehmerisch denkend, selbstmotiviert (ja was denn sonst bitte??), bei denen man sich fragt: warum sind sie dann auf Stellensuche?
Und jetzt?
Wie wäre es mal wieder mit etwas mehr schlichter Klarheit auf beiden Seiten?
Einer Stellenanzeige, bei der nicht jeder fließend Englisch können muss, wenn es einfach gar nicht erforderlich ist? Das Unternehmen sich so aber international und groß aufstellt und somit für „die besten Kandidaten“ interessant sein möchte?
Nur so zum Beispiel….
Ein Anschreiben, das nicht nur so strotzt vor lauter Selbstdarstellung, ein Lebenslauf, der mit den Lücken ehrlich umgeht, und sich diese nicht erst beim Nachrechnen aus den Zeugnissen ergeben?
Nur so zum Beispiel…
Kandidaten interessieren sich für Fakten, für Greifbares, Umsetzbares – schlussendlich wird Arbeit mit Geld entlohnt, nicht mit Sinn. Und dafür wird eine bestimmte Leistung abgefragt, nicht die Fähigkeit, in der Mittagspause Kicker zu spielen:
Unternehmen brauchen Mitarbeiter, die sich mit ihren noch weiter ausbaubaren Fähigkeiten und schon vorhandenen Stärken einbringen – nicht solche, die sich alles Erforderliche erst hinbiegen müssen, um dem gerecht zu werden, was sie geschrieben haben.
In den Gesprächen im Rahmen einer newplacement-Beratung mit meinen Klienten erlebe ich tagtäglich, dass es auf der Suche nach einer neuen Position hier oft große Unsicherheiten gibt – auf beiden Seiten.
Die gewünschte Klarheit würde hier so manchem Kandidaten die passende Position bringen – und umgekehrt.