Ungünstig: Bruch in Edekas Positionierung

Ungünstig: Bruch in Edekas Positionierung

Steht es Marken gut zu Gesicht, wenn sie andere Marken abwerten? Das sieht man ja immer wieder. Diesen Monat zum Beispiel wirbt Edeka auf Kosten des Discounters Netto. Die Aussage: Dort sei zwar alles günstig, aber die Breite des Sortiments lasse dann doch zu wünschen übrig. Bei Edeka hingegen gebe es mehr – und ebenfalls günstig.

Netto reagierte umgehend mit diesem Instagram-Post: Dieser wird mit bisher knapp 14.000 Likes gefeiert (14.1.22).

Das ist an Edekas moderaten Angriff bemerkenswert:

  1. Solche Werbeangriffe auf einen Konkurrenten kommen hin und wieder vor, sie sind aber nicht üblich. Anders als in den USA zum Beispiel ist dieses Gebaren bei uns kulturell nicht stark verankert.
  2. Edeka ist die Konzernmutter von Netto. Edeka disst also eine Marke aus dem eigenen Konzern und zieht über deren Discounter-Positionierung her.

Warum macht Edeka das? „Aus Sicht von Edeka ist Netto Wettbewerb und deshalb gezielt ausgewählt worden", heißt es laut Horizont in der Edeka-Zentrale. Das Motiv gehöre zur aktuellen Preiskampagne, und diese widme sich eben dem Thema "ungünstig/günstig".

Für mich ist diese Kampagne ein Bruch in Edekas Positionierung. Weil sich die Supermarktkette dem Claim „Wir lieben Lebensmittel“ verschrieben hat, müsste sie ganz klar über das Thema Qualität argumentieren. Damit zu werben, dass Edeka auch Discounterpreise bieten könne – da fehlt mir die Konsistenz in der Positionierung.

Schon der aufwändige Weihnachtsspot 2021 passte nicht zu Edeka. Die Supermarktkette hat sich darin als Klimaschützer aufgespielt, ohne richtig Leistungen und Versprechen abzugeben.

Zusammengefasst gewinne ich den Eindruck, dass man bei Edeka rein kurzfristig gedachtes taktisches Marketing betreibt – ohne eine konsistente Markenführung im Blick zu haben. Wegen dieses erneuten Bruchs in der Positionierung landete Edeka in meinem Podcast BrandTrust Talks Weekly in der Kategorie Verlierer.

Johannes Mödl

Authentisch wirksam werden | Richtig feine Teams - Systemisch Integratives Coaching/Supervision | Autor

3 Jahre

Mich hat dieser move tatsächlich auch überrascht. Ich wundere mich als Kunde, da Edeka bisher immer oben auf war, was die Markenwahrnehmung angeht. Für mich kein smarter move. Eher ein „Schuss ins Knie“. Gleichzeitig hab ich mich gefragt, was die Marketing Menschen von Edeka dazu veranlasst hat.

Johannes Manger

Senior Consultant bei Sympra GmbH (GPRA)

3 Jahre

Edeka spielt doch in der Rewe Liga. Die setzen eher auf Qualität und Regionale bzw. Bioprodukte, nicht auf den Preis. Von daher verstehe ich die Botschaft nicht. Die Edeka Zielgruppe geht sowieso nicht zu Netto - und umgekehrt. Ich laufe alle paar Tage 1,5 km zu Edeka - hat bis 22 Uhr offen! - obwohl 200 Meter weiter ein Netto wäre. Aber da bringt mich keiner rein....

Silvia Rick

Marke: Strategie. Marketing. Kommunikation "Nur was innen brennt, kann außen leuchten" #markenliebe

3 Jahre

Strategisch wenig sinnhaft. Handwerklich (zumindest was ich OHH gesehen habe) naja. Back to "Schweinebauchanzeige"?! Bitte nur im Prospekt, nicht in Marken-Kampagnen...

Björn Kersten

Transforming European Marketing and Digitalization: Driving Growth, Efficiency, and Success.

3 Jahre

Neuer Agentur? Neuer Marketingchef? Man will Ausrufezeichen setzen?

Jan-Dirk Haskamp

Werde Teil der Ohana, Dein Erfolg ist unser Ziel. Von Einschreibung im ClubHaus bis Kursbuchung für Dein Network. Von Firma bis Networker wir sind eine Deiner Stärken. Gemeinsam wachsen lernen und lehren!

3 Jahre

Es ist traurig wie man ein so plausibles und gut aufgebautes WARM Kunden bei ihnen kaufen wegwirft.

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