Zeit zum Reden

Zeit zum Reden

Ein zufälliger Blick hinter die Kulissen.

Und das brodelt in mir noch ein wenig nach. Es geht um den vielzitierten Schlagabtausch über Bande zwischen Christian Lindner und Robert Habeck . So habe ich ihn nicht erlebt.

 

Vor gut einer Woche durfte ich live erleben, wie eine Aussage durch simples Weglassen der Vorrede einfach verdreht wurde. Ich war zu Gast im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin, wo Robert Habeck zu seiner „Zeit zum Reden“ eingeladen hatte. Dabei wurde der Wirtschaftsminister mit der Aussage von Christian Lindner konfrontiert. Der hatte wohl gesagt, er wolle nicht Minister unter einem Grünen-Kanzler sein.

 

Habecks Antwort wurde dann leider aus dem Kontext gerissen und nur als Schlagzeile verwendet.

 

Weggelassen wurde die Erklärung, die er vorwegschickte: dass bei einer Stimmverteilung, wenn er Bundeskanzler wäre, es wahrscheinlich nicht für die FDP zu einem Mandat reichen würde. Folgerichtig sei dann: „Sollte ich jemals Bundeskanzler werden, wird Christian Lindner nicht Finanzminister werden.“ Dieses griffige Zitat war natürlich alles, was von seiner Aussage transportiert wurde.

 

Schade um die Zwischentöne.

 

Ich habe bei dem Termin in Berlin jedenfalls einen Politiker erlebt, der viele Zwischentöne zuließ, und sich die Mühe machte, auf Fragen auch inhaltlich zu antworten. Ziemlich authentisch, wie ich fand.

 

Ich hatte erstmals das Vergnügen, so tiefen Einblick in ein Ministerium zu erhalten. Für mich war das bisher etwas Abstraktes. Man hört viel, redet auch viel darüber. Aber wie ein Ministerium mit über 2.600 Mitarbeitern, 11 Abteilungen und 2 Standorten (noch immer in Bonn und Berlin) plus einigen Satellitenbüros funktioniert, war mir nicht bewusst. Es scheint, dass sich da einiges gebessert hat in den vergangenen Jahren.

 

Was besonders interessant war, ist, dass Habeck die Behörde nach modernsten Regeln der Kommunikation führt, was aus meiner Sicht die Effizienz der Arbeit fördert und belebt - die Abteilungen arbeiten enger zusammen und werden dadurch effizienter.

 

Das aber nur am Rande – man bekommt bei so einem Termin natürlich auch nicht die #GanzeWahrheit mit.

 

Trotzdem habe ich mich über die Zwischentöne sehr gefreut. Würdet ihr euch nicht auch manchmal wünschen, dass ein bisschen mehr Platz für die Zwischentöne bleibt?

 

#Politik #Veigel #bmwk #Medienschelte #Wirtschaft #Veigel


Melanie Haase

Klimaschutz | Nachhaltige Mobilität | fair fashion

6 Monate

Absolut richtig. Es bräuchte mehr Raum für Zwischentöne und auch den Willen vieler Menschen, sich hierfür die Zeit zu nehmen, statt sich vorschnell von vereinfachenden Schlagzeilen einfangen zu lassen. Schön, dass Sie einen solchen Einblick erhalten haben.

Anette Weiß

#gehehinausundstrahle!✨

6 Monate

Danke lieber Markus Koffler, deswegen arbeiten wir bei Leading Simple im Grundl Leadership Institut mit hochwertigen Unterscheidungen. Das dient einer differenzierteren Wahrnehmung. Weg vom Null und Eins Denken, wie: gut/schlecht, richtig/falsch, Glas halbvoll/halbleer, schwarz/weiß. Wir sprechen von Wertedimensionen, die uns die Möglichkeit geben auch alle Grautöne zu erkennen, diese zu benennen, daraus klarere Entscheidungen zu treffen und damit am Ende bessere Ergebnisse zu liefern.

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