Unternehmensübergreifende Datenräume: Warum wir das Potenzial noch nicht voll ausschöpfen

Unternehmensübergreifende Datenräume: Warum wir das Potenzial noch nicht voll ausschöpfen

In unserer TDWI Research Umfrage wollten wir wissen, ob bereits Berichte und Analysen auf der Grundlage von Daten erstellt wurden, die mit anderen Organisationen oder Unternehmen ausgetauscht wurden.

Unter anderem sind dies:

1. Fehlende Relevanz und Nutzenwahrnehmung Viele Unternehmen sehen keine relevanten Use Cases oder erwarten, dass die Kosten den Nutzen übersteigen. Gerade für kleine und mittelgroße Unternehmen kann das Teilen von Daten in der Supply Chain, mit Kunden, Partnern, oder in Professional Communities wertvolle Einblicke liefern. Diese Unternehmen verfügen oft nicht über eine ausreichende eigene Datenbasis, um belastbare Aussagen oder valide Analysemodelle zu erstellen. Organisatorische Widerstände und überzogene Bedenken können die Projektkosten und -zeiten jedoch erheblich steigern.

2. Datenschutzbedenken Das Thema Datenaustausch ist sensibel, insbesondere wenn personenbezogene Daten betroffen sind. Dabei gibt es zahlreiche Anwendungen, bei denen weder personenbezogene noch vertrauliche Daten ausgetauscht werden müssen, wie etwa operative Maschinen- oder Zustandsdaten. Dennoch besteht die Sorge, dass auch scheinbar harmlose Daten der Konkurrenz unerwünschte Einblicke gewähren könnten. Überzogene Risikoaversion kann somit den Blick auf relevante Potenziale verstellen, obwohl Anonymisierung und Verschlüsselung oft ein adäquates Sicherheitsniveau bieten.

3. Angst vor öffentlicher Diskussion Das Thema ist möglicherweise zu brisant, um es selbst in einer anonymen Umfrage offen zu diskutieren. Unternehmen könnten besorgt sein, Fragen des Datenschutzes oder ihres eigenen Status aufzuwerfen. Es besteht die Möglichkeit, dass Projekte im Geheimen stattfinden und daher in der Umfrage nicht sichtbar werden.

4. Priorisierung interner Herausforderungen Viele Unternehmen priorisieren zunächst die Bewältigung interner Datenherausforderungen. Trotz Fortschritten bei der Digitalisierung gibt es nach wie vor viele wenig oder nur halbdigitalisierte Prozesse. Eine ganzheitliche Betrachtung von Geschäftsprozessen und eine konsistente Datenbasis sind unerlässlich, bevor über Unternehmensgrenzen hinweg gedacht werden kann.

5. Fehlende Erfahrungswerte Es fehlen gesicherte Erfahrungswerte, um das Thema fundiert beurteilen zu können. Hier könnten anwendungsorientierte Forschung und produktiv genutzte Pilotprojekte helfen, Potenziale abzustecken und Gestaltungsfelder aufzuzeigen.

Fazit: Ein spannendes Wachstumsmedium

Wir sehen die Nutzung von Datenräumen und Datenökosystemen als spannendes Wachstumsmedium, das neue Analyselösungen und Geschäftsmodelle ermöglicht. Es ist unerlässlich, überzogene Bedenken zu überwinden und die Potenziale dieser Technologien zu erkennen. Anwendungsorientierte Forschung und Pilotprojekte können hierbei helfen, den Weg zu ebnen und wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen.

Danke Henning Baars ars für die Ausarbeitung dieser Ergebnisse.

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