Klimawandel: Zeit zu handeln!
Der Klimawandel ist eines DER Megathemen unserer Zeit. Nach dem letzten Stand der Klimaforschung gilt es als sehr wahrscheinlich, dass die durch den Menschen verursachten Klimaänderungen die natürliche und menschliche Lebenswelt ganz erheblich beeinträchtigen werden.
Sicherlich, es hat in der Erdgeschichte immer auch Phasen gegeben habe, die noch viel wärmer gewesen sind als heute, allerdings waren das Epochen, die sich über viele, viele Jahrtausende, zum Teil über Jahrhunderttausende oder Jahrmillionen entwickelten. Aber was wir zurzeit erleben, ist so extrem schnell, dass man das einfach nicht mehr mit natürlichen Faktoren erklären kann. Und die Ursache ist eindeutig im menschlichen Verhalten begründet: Die von uns Menschen verursachte Emissionen haben dazu geführt, dass die CO2-Konzentration in der Atmosphäre heute um 40 Prozent höher ist als vor dem Beginn der Industrialisierung.
Wir müssen also etwas tun. Und das sehr schnell. Und dazu müssen wir auch weg von der reinen (wahlkampfbedingten?) Symbolpolitik und hin zu einem möglichst weltweit abgestimmten handeln. Im Pariser Klimaschutzabkommen haben sich knapp zweihundert Staaten vor vier Jahren in Nachfolge des so genannten Kyoto-Protokolls von 1997 darauf verständigt, den Anstieg der Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius im Vergleich zu den vorindustriellen Werten zu reduzieren. Allein die Umsetzung dieses Abkommens zieht sich seitdem hin und zeigt – wenn überhaupt – nur minimale Erfolge.
Wir Geodäten können und müssen unseren Teil zur Erreichung dieses extrem wichtigen Ziels beitragen, denn es sind unsere Verfahren und unsere vielfältigen und fachübergreifenden Kompetenzen, die hier zum Einsatz kommen. Die Geodäsie liefert mit ihrer globalen Sensorik äußerst wichtige Fakten für die Klimaforschung und stellt verlässliche Indikatoren für langfristige Klimaveränderungen zur Verfügung. Beispielhaft genannt sei an dieser Stelle das Satellitensystem GRACE (Gravity Recovery And Climate Experiment). Informationen über das Abschmelzen von Eismassen in Polargebieten und kontinentalen Gletscherregionen oder der stetige Anstieg des Meeresspiegels sind von hohem Interesse und existentiell. Auch in regionalen und lokalen Maßstäben finden dramatische Veränderungen statt. Spiegeln sie den zunehmenden menschlichen Eingriff in klimatische Prozesse wider oder sind sie nur Teil einer natürlichen Variabilität? Können wir sie gegebenenfalls im Rahmen einer geeigneten Klima- und Umweltpolitik beeinflussen? Um diese zentralen Fragen zu beantworten, sind aktuelle Daten wie beispielsweise die Höhe des Meeresspiegels oder die Länge von Gletscherzungen und deren Veränderungen möglichst genau zu erfassen und in Zeitreihen zur Erfassung von Veränderungen einzuordnen. Konkrete Maßnahmen brauchen fundierte Geoinformationen. Dies gilt global ebenso wie lokal. Die Aufgabenfelder der Geodäten im Klimaschutz sind daher auch äußerst vielfältig und reichen von der Erarbeitung kommunaler Klimaschutzkonzepte oder auch der Mitwirkung bei der Standortplanung und Verwirklichung von Windkraft-, Biogas- und Solaranlagen, über Verkehrsinfrastrukturplanungen bis hin zu den beispielhaft bereits genannten globalen Fernerkundungssensoren.
Der Erfolg von Greta Thunberg, die mit einem einfachen Plakat die weltweite Bewegung „Fridays for Future“ ins Leben rief, hat gezeigt, dass jeder die Macht hat, etwas zu bewegen. Noch haben wir die Möglichkeit und damit die Verantwortung, eine Klimakatastrophe abzuwenden. Lassen Sie uns diese Chance nutzen!